Dienstag, 14. Oktober 2014

Mancora 16.04.-19.04.


Unser Trip nach Mancora war wohl der spontanste und abenteuerreichste überhaupt. Wir hatten eigentlich schon Wochen vorher geplant, als große Gruppe über Ostern zu verreisen, und wollten uns einen Bungalow in Mancora mieten. Da wir zu diesem Zeitpunkt bestimmt 12 Leute gewesen wären, wäre das alles kein Problem gewesen. Das Unglück fing dann damit an, dass mein deutscher Mitbewohner sich den Fuß gebrochen hatte, also fiel für ihn ein Strandurlaub schon einmal ins Wasser. Dann kamen immer mehr Problemchen dazu, wie z.B. kein Geld, keine Zeit wegen Klausuren, keine Lust usw. usw.
Letztendlich war es dann so, dass sich die meisten überlegt hatten, über Ostern zu Hause zu bleiben. Übrig blieben also nur noch mein Freund und ich, die Lust auf eine Reise hatten. Zu dem Zeitpunkt war es allerdings schon so spät, dass wir keine Busse geschweige denn günstige Hotels gefunden haben, sodass wir uns eigentlich schon damit abgefunden hatten, nicht mehr wegzufahren. Einen Tag bevor alles losging, also am 15.04., kam dann mein Freund auf mich zu und meinte, 3 seiner Freunde wollen nach Ecuador über Ostern, und machen dabei einen Stopp in Mancora, und ob wir uns nicht anschließen wollten. Ich fragte dann erst einmal, ob es überhaupt noch Bustickets gibt, aber nein, das werden wir alles spontan am Busbahnhof sehen :-D Also hieß es Koffer packen und ab ins Ungewisse.
Am 16.02. haben wir uns also um 23 Uhr mit seinen Freunden am Terminal Interprovencional de Fiori in San Martín de Porres getroffen, was schon ein Erlebnis für sich war. Der Busbahnhof war in der hintersten Absteige gelegen, mein Freund meinte sogar, ich soll mal besser mein Haar verdecken, also könnt ihr euch vorstellen wie ich mich gefühlt habe. Der Bahnhof war überfüllt mit Leuten, überall saßen Menschen auf dem Boden, schreiende Kinder, Menschen, die irgendwelche Familienangehörigen versucht haben anzurufen, und über den ganzen Lärm hinaus haben dann noch die Busagenturen versucht, ihre letzten Tickets zu verschleudern ("Trujillooooo, Trujillooooooo, 70 Soles, 70 Soles!!! etc.). Nachdem wir endlos hin und her gelaufen sind, auf der Suche nach dem besten Preis, haben wir dann letztendlich noch 4 Tickets für 110 Soles pro Person nach Chiclayo erstanden. Die Busfahrt war wirklich die Hölle, die Fenster waren kaputt, sodass es gezogen hat wie Sau, und die Sitze konnte man auch nicht verstellen.
Um 6 Uhr morgens mussten wir notgedrungen eine Pause einlegen, weil unser Reifen geplatzt war (mitten im Nirgendwo, ich dachte schon unser letztes Stündlein hätte geschlagen xD). In Casma hat der Busfahrer den Reifen gewechselt, und wir haben die Zeit genutzt um zu frühstücken und den Sonnenaufgang zu genießen.
Weiter ging es dann nach Chiclayo, wo wir zwischen 13 und 14 Uhr angekommen sind. In Chiclayo wäre dann fast das nächste Desaster passiert. In Chiclayo angekommen, sind wir zu einem anderen Busbahnhof gefahren, um von dort aus weiter nach Mancora zu fahren. Kaum aus dem Taxi ausgestiegen, kamen uns schon 3 Männer entgegen, und fragten wo wir hin wollten. Wir sagten nach Mancora, und die meinten direkt: "Kommt mit, kommt mit, wir haben noch genau 4 Plätze frei. Beeilt euch, der Bus fährt in 2 Minuten ab." Skeptisch sind wir den Männern erst einmal gefolgt, bis dann ein Mann aus dem Büro des Busbahnhofs gebrüllt hat: "Geht nicht mit denen mit, das sind Kriminelle, die werden euch nur ausrauben!" Wir schauten die Männer fragend an, welche dann sofort weggerannt sind... Mehr braucht man wohl nicht sagen.
Im Busbahnhof haben wir dann Tickets für Mancora für 18 Soles gekauft, haben unsere Taschen dort gelassen, und haben einen Rundgang durch Chiclayo gemacht, da wir noch etwas Zeit totschlagen mussten. Wir haben ein paar lustige Fotos geschossen und zu Mittag gegessen. Danach ging es weiter mit dem Bus nach Piura (19.30 Uhr), und von dort mit dem Taxi nach Mancora.


Um 10 Uhr abends sind wir dann letztendlich in Mancora angekommen und haben in einem kleinen Lokal günstig aber gut zu Abend gegessen :) Die Freunde haben sich dann weiter auf den Weg nach Ecuador begeben,  während ich mit meinem Freund in Mancora geblieben bin, weil wir endlich Zeit am Strand genießen wollten, und nicht noch einmal mehrere Stunden im Bus verbringen wollten. Wir haben uns dann auf die Suche nach einem Hotel/Hostel gemacht, und bei dem 3. Versuch haben wir dann auch endlich ein Zimmer gefunden. Todmüde sind wir ins Bett gefallen.


Am 18.04. haben wir nach dem Aufstehen den lokalen Strand von Mancora erkundet und sind durch die Stadt gelaufen.  Danach sind wir an den Strand von Punta Sal, wo wir den ganzen Tag verbracht haben. Haben Cocktails am Strand geschlürft, zu Mittag gegessen, Eis geschleckt und die Sonne genossen. Ein rundum perfekter Tag :)
Abends sind wir dann wieder zurück nach Mancora gefahren, haben zu Abend gegessen und sind durch die Straßen von Mancora geschlendert. Sind an einigen Discos vorbei, aber nicht reingegangen, dafür waren wir zu müde.
An unserem vorletzten Tag in Mancora (19.04.) haben wir uns dazu entschlossen, eine Tour an die bekanntesten Stränden und das Naturschutzgebiet Tumbes zu machen.
 Los ging es 9 Uhr Morgens und als erstes sind wir wieder an den Strand von Punta Sal gefahren. Dort hatten wir ca. 1 Stunde um zu baden, Fotos zu schießen oder einfach nur die Sonne zu genießen.


Danach sind wir nach Hervideros, welches ein Ort ist, der aus Schlammbädern mit einer natürlichen Heilkraft gegen Knochen- oder Hautprobleme, besteht. Das Ganze war sehr lustig, vor allem als wir dann gehen mussten und wir kaum Zeit hatten, uns zu waschen. Die "Duschen" bestanden aus alten Eimern, mit denen man aus Erdlöchern semi-sauberes Wasser schöpfen musste, um sich vom Schlamm zu befreien. 


Anschließend sind wir zum Strand 'Vichayito', wo wir wieder eine Stunde hatten und wo wir diesmal die Zeit genutzt haben, um zu baden :-D
Zu guter Letzt sind wir um 14.30 Uhr in Tumbes angekommen, wo wir erst einmal eine halbe Stunde auf unser Essen warten mussten. Es gab ganz typisch peruanisch Ceviche und gebackenen Fisch mit Reis. Nach endlosen Diskussionen mit unserem Guide wegen der Uhrzeit, haben wir um 4 Uhr unsere Tour durch die Manglares de Tumbes gemacht - Natur pur.
Gegen Ende haben wir einen Rundgang durch eine Krokodilstation gemacht. 


Natürlich kam es wie es kommen musste, und wir haben unseren Bus zurück nach Lima verpasst. Wir hätten eigentlich den Bus um 19 Uhr nehmen müssen, kamen aber leider erst um 20 Uhr an. Deswegen sollten wir den nächsten Bus nach Trujillo nehmen, um 22.15 Uhr. Den Bus haben wir dank der Agentur auch wieder verpasst, sodass wir nochmals eine halbe Stunde warten mussten, um dann den nächsten Bus um 22.45 Uhr zu nehmen.
Am 19.04. (also am nächsten Tag) sind wir dann wieder in Trujillo angekommen, und haben von dort aus einen Bus nach Lima genommen. Zwischendurch konnten wir noch Mittagessen und sind um 5 Uhr abends gesund und munter in Lima angekommen!!!!

Abschließend kann ich nur sagen, dass die Strände von Mancora echt traumhaft schön sind, und ich froh bin, dass wir dieses spontane Reise in den Norden gewagt haben :)









Samstag, 24. Mai 2014

Huacachina



Das erste Wochenende im April sind andere Austauschstudenten aus Kolumbien und Mexico (nicht von unserer Uni allerdings) und ich nach Ica gefahren, was ca. 5 Stunden mit dem Bus von Lima entfernt liegt. In der Nacht von Freitag auf Samstag sind wir um 3 Uhr an den Busbahnhof von Lima gefahren und mit einem Bus nach Paracas gefahren. Dort sind wir um 8 Uhr angekommen und haben eine einstündige Bootstour zu den Islas Ballestas gebucht. Zu bestaunen gab es jede Menge Vögel und Meeressäuger, wie z.B. Robben. Außerdem haben wir die Candelabra Geoglyphen gesehen, deren Entstehung bis heute ungeklärt ist.

 

Nach der Bootstour sind wir an der Strandpromenade von Paracas entlanggelaufen und haben in einem Restaurant zu Mittag gegessen. Anschließend sind wir mit einem Taxi nach Huacachina (Ica) gefahren, wo wir über Nacht bleiben wollten. Huacachina ist wirklich atemberaubend, man fährt die ganze Zeit durch die Wüste und sieht nichts, bis auf einmal die Oase von Huacachina auftaucht. 



Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch kein Hotel gebucht, also haben wir uns erstmal 3, 4 verschiedene angeguckt, bis wir uns schließlich für ein günstiges Hostel mit Pool entschlossen haben. Nachdem wir uns kurz in unseren Zimmern ausgeruht hatten, haben wir für 4 Uhr eine Tour mit Dünenbugggys inklusive Sandboarding gebucht. Während der Fahrt mit dem Dünenbuggy sind wir fast gestorben, es war tausendmal schlimmer als in einer Achterbahn zu sitzen (und ich LIEEEBEEE Achterbahnen), denn die Sicherheitsgurte waren nicht wirklich fest und man ist die ganze Zeit auf und ab gehüpft. Trotzdem hat es riesen Spaß gemacht. Ich habe unterwegs versucht ein paar Bilder und Videos zu machen, aber ich habe die Kamera irgendwann weggepackt, weil ich zu sehr Angst hatte, dass sie mir verloren geht.
In den Dünen angekommen haben wir dann eine Anleitung bekommen, wie man mit den Sandboards sicher nach unten kommt. Ich hatte allerdings das kleine Problem, dass ich meine Kontaktlinsen getragen habe, weil es mit der Brille viel zu gefährlich gewesen wäre. Allerdings war es relativ windig in den Dünen, wodurch mir ständig Sand in die Augen geweht ist. Deshalb hatte ich anfangs gesagt, dass ich die Dünen nicht runter rutschen kann, weil ich meine Augen nicht öffnen kann. Letztendlich haben mich die anderen doch dazu überzeugen können, mit einem kleinen Hügel zu starten und trotz geschlossener Augen ging es erstaunlich gut - bis auf den letzten Hügel...
Es war der größte und leider verlor ich fast am Ende die Kontrolle, weil ich eben nichts sehen konnte und habe mich schön hingelegt. Glücklicherweise gibt es von dem Unfall auch ein Video, denn nachdem meine Wunden verheilt sind, will ich trotzdem eine Erinnerung an dieses Erlebnis.
Die anderen Tourteilnehmer waren alle besorgt, aber letztendlich sah es schlimmer aus als es war, ich hatte viel Glück gehabt und bin mit einigen Schrammen und blauen Flecken davon gekommen. Schlimmer war es für das Mädel, die nach mir den Hügel hätte runter kommen sollen, denn sie sah meinen Unfall von oben (und glaubt mir, wenn man da runter guckt, geht es richtig steil bergabwärts) und hat einen Schock bekommen. Und wenn ich Schock sage, dann meine ich Schock. Sie hat angefangen zu weinen und hat sich für eine halbe Stunde nicht von der Stelle gerührt, geschweige denn mit jemandem gesprochen. Wir mussten also mit einem Buggy wieder die Dünen hochfahren und sie aufsammeln. Ich konnte sie dann allerdings davon überzeugen, dass es mir gut geht, und anschließend haben wir noch ca. eine halbe Stunde weiter gesurft. Durch den ganzen Trouble haben wir leider den Sonnenuntergang verpasst, aber es war trotz allem eine traumhafte Kulisse und ich will es definitiv noch einmal machen.
Nach 3 Stunden sind wir wieder ins Hostel zurückgekehrt, haben uns vom Sand befreit, und sind dann an das Ufer um die Oase herum und haben in einem Restaurant Pasta und Hamburger gegessen. Ein paar von uns sind dann noch ein bisschen herumgelaufen, ein Freund und ich sind im Restaurant geblieben und haben noch Cocktails getrunken. Wir waren allerdings so müde, dass wir fast im Restaurant eingeschlafen sind, also haben wir uns wieder ins Hostel begeben.
Am nächsten Morgen wollten wir es gemütlich angehen lassen, da wir alle etwas angeschlagen vom vorherigen Tag waren. Da in Huacachina perfektes Badewetter herrschte (ich schätze mal 30°C) und im ganzen Dorf sowieso Strom und somit auch Wasser ausgefallen war, blieb uns nichts anderes übrig als am Pool zu chillen :-D Eigentlich hätten wir um 12 Uhr unsere Zimmer verlassen sollen, aber da das ganze Dorf durch den Stromausfall lahmgelegt war, und fließend Wasser erst wieder um 4 Uhr vorhanden sein sollte, durften wir länger bleiben.
Nachdem wir uns gebräunt und abgekühlt haben, sind wir nochmal um die Oase herumgelaufen, haben Mittag gegessen und Chocotejas gekauft, typische Süßigkeiten der Region.
Um 5 Uhr haben wir schließlich unseren Bus zurück nach Lima genommen. Der Aufenthalt war traumhaft schön und ich wäre gerne noch länger geblieben. Sollte ich irgendwann noch einmal etwas Geld und Zeit übrig haben, werde ich definitiv zurück kehren.. :)